Lasik- Laser in situ keratomileusis

Historischer Abriß

Der Terminus "kertomileusis" setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern "keratos"- die Hornhaut und "mileusis"- schnitzen formen. Die Krümmung der Hornhaut wird mittels hochenergetischer Laserstrahlen so verändert, dass ein optischer Lichtstrahl anschliessend punktgenau auf der Netzhautmitte fokusiert wird. Bei der Behandlung der
  • Kurzsichtigkeit (Myopie) geschieht dieser Gewebeabtrag in der Mitte der Hornhaut, bei der Behandlung der
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie) am Rande der Hornhaut. Bei der Behandlung der
  • Stabsichtigkeit werden unterschiedliche Hornhautkrümmungen angeglichen.

Die Anfänge machte Jose Barraquer 1949, indem bei der lamellären Keratoplastik die Hornhaut auf der Innenseite der Lamelle mit einem Schnittmesser modifiziert wurde. 1958 wurden Lentikel aus tiefgefrorenen Spenderhornhäuten geschnitzt und in das Empfängerbett eingesetzt. Die zuvor oberflächlich abgetragene Hornhautlamelle wurde wieder aufgenäht. Später wurden der Saugring als Fixiereinrichtung und das Mikrokeratom als moderneres Schnittmesser entwickelt.

Die refraktive Änderung erfolgte immer noch auf der Innenseite der vorübergehend abgetrennten oberflächlichen Hornhautscheibe. 1977 wurden diese Techniken erstmals in den USA vorgestellt und im gleichen Jahr das erste Symposium zu diesem Gebiet veranstaltet. Zwischen 1976 und 1983 wurde die Gefriertechnik verlassen. Mit der Einführung des BKS 1000 für die Nicht- Gefrierschnittechnik an der Hornhaut wurden die erheblichen Probleme der vorübergehenden Hornhautgefrierung gelöst, aber es bestanden weiterhin Schwierigkeiten in der Fixierung der oberflächlichen Hornhautlamelle.

Luis Ruiz entwickelte zwischen 1983 und 1986 die „in situ“ Technik, bei der zwei lamelläre Schnitte übereinandergelegt wurden. Das der refraktive Schnitt nun im stromalen Bett des Auges erfolge, machte eine Fixierung der oberflächlichen Hornhautlamelle unnötig. Ungenauigkeiten der Schnittiefe und die Probleme der Zentrierung zweier Schnitte über der optischen Mitte waren Nachteile dieses Verfahrens.

1983 stellten Trokel (USA) und Seiler (Deutschland) erstmals die Idee der Photoablation mit einem Excimer Laser vor. Die Abtragung von Hornhautgewebe (Ablation) wurde also nicht mehr mit einem Schnittmesser erwirkt, sondern mit energiereichen, parallel gebündelten Lichtstrahlen. Die mikrometergenaue Ablation mit dem Excimer- Laser machte das refraktive Ergebnis deutlich vorhersagbarer.
Pallikaris (Griechenland) macht 1991 den Vorschlag, die oberflächliche Lamelle nicht komplett abzutrennen, sondern eine Gewebebrücke zu belassen. Der „Hinge“ vereinfachte die Wiederanlegung der oberlächlichen Lamelle (Flap). Durch Belüftung des stromalen Bettes nach erfolgter Ablation wurde die Adhärens der Hornhautlamelle nach Wideranlegung besser, auf Nähte konnte verzichtet werden. Weitere Verbesserungen der Mikrokeratome und vor allem in der Berechnung von Normogrammen- also Abtragungsprofilen an der Hornhaut folgten. 1991 wurde die erste Lasik in den USA am menschlichen Auge durchgeführt.

Bis in die Gegenwart sind ständig technische Verbesserungen an den inzwischen doppelt motorisierten Mikrokeratomen und an den Excimer Lasern erfolgt. Die heute viel höhere Frequenz der Laserimpulse pro Sekunde ermöglicht eine geringere Eingriffszeit und reduziert damit Umfeldeinflüße wie Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur. Die hohe Folgegeschwindigkeit der Eye- Tracker (Videokamerageführter Laser ) macht eine unkontrollierte oder exzentrische Abtragung an der Hornhaut erheblich unwahrscheinlicher. Die „Flying- spot“ Laser mit einem Abtragungsdiameter von unter 1mm und bis zu 500 mal pro Sekunde wechselnden Zielort haben die „broad- beam“- Laser mit ihren thermischen Problemen am Ablationsbett abgelöst.

Die Wellenfrontvermessung am optischen System Auge hat  im letzten Jahrzehnt Auskünfte über die optische Qualität in Abhängigkeit der Ablationsprofile gegeben. Ein wellenfrontoptimiertes Abtragungsprofil ermöglicht verzerrungsarmes Sehen auch unter kritischen Lichtbedingungen. Das Grundmuster hierzu wird bei allen aktuellen Profilen von Wavelight eingebunden. Auch Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche der Hornhaut können mit Tomographen ermittelt und in entsprechende Korrekturprofile umgerechnet werden- ein verzerrungsärmeres Sehen kann hiermit erreicht werden (T-cat).

Femtosekunden Laser, etwa um das Jahr 2005 marktfähig eingeführt, anfänglich sehr langsam und energiebelastend für das Auge, haben das Mikrokeratom für die Präparation der Hornhautlamelle weitgehend abgelöst. Mit Femto- Lasern werden auch  jenseits der Lasik laserpulsgeführte Schnitte an der Hornhaut gemachen, was beispielsweise in der Transplantationstechnik ein Vorteil sein kann.

Auch in der Chirurgie des Grauen Stars kann ein Femto Laser hilfreiche Dienste leisten, indem er einzelne Schritte, sonst manuell ausgeführt, übernehmen kann.

Die Exzimer Lasertechnik- und damit auch die Lasik als Behandlungsoption- hat ein Plateau erreicht, das sich technisch kaum noch weiter entwickeln lässt. Die Reproduzierbarkeit der Laserergebnisse ist höher, als die Messgenauigkeit beim Augenoptiker. Die Geschwindigkeit kann sinnvoll nicht mehr gesteigert werden- bei Verdoppelung der Laserimpulsrate werden die Ergebnisse schlechter.

Seit etwa 2010 können sie davon ausgehen, mit der Lasik eine Alternative für den Brillenersatz zu haben, die technisch voll etabliert ist.

Besser Sehen ohne Brille ist Realität geworden.